Schufa-Score verbessern: So erhalten Sie bessere Konditionen bei Ihrem Immobilienkredit

Ein Schufa-Score von 95 Prozent kann Ihnen bei einer Immobilienfinanzierung über 20 Jahre mehr als 10.000 Euro ersparen. Das ist kein Mythos - das ist reine Rechnung. Bei einem Darlehen von 200.000 Euro mit einem Zinssatz von 2,1 Prozent statt 2,4 Prozent ergibt das allein an Zinsen eine Ersparnis von 11.400 Euro. Und das, obwohl der Unterschied nur 0,3 Prozentpunkte beträgt. Die Banken zahlen nicht für gute Laune. Sie zahlen für Sicherheit. Und die Schufa sagt ihnen, wie sicher Sie sind.

Warum Ihr Schufa-Score die Konditionen bestimmt

Die Schufa ist nicht nur eine Auskunftei - sie ist der entscheidende Gatekeeper bei jeder Immobilienfinanzierung in Deutschland. Über 98 Prozent der Banken nutzen ihren Score, um zu entscheiden, ob sie Ihnen einen Kredit geben und zu welchen Konditionen. Dabei geht es nicht um Ihre Einkommenshöhe allein. Es geht um Ihr Verhalten. Haben Sie Rechnungen pünktlich bezahlt? Haben Sie Kredite abbezahlt? Haben Sie zu viele Anfragen gestellt? Das alles fließt in Ihren Score ein.

Der durchschnittliche Schufa-Score liegt bei 91 Prozent. Wer über 95 Prozent hat, gilt als sehr gut bonitätssicher. Banken sehen in diesen Fällen eine Ausfallwahrscheinlichkeit von unter 0,5 Prozent. Das bedeutet: Sie sind für sie fast unsichtbar als Risiko. Und das zahlt sich aus - in Form niedrigerer Zinsen, höherer Darlehenssummen und weniger Eigenkapitalanforderungen.

Bei einem Score unter 85 Prozent wird es eng. Viele Banken verlangen dann bis zu 10 Prozent mehr Eigenkapital. Manche lehnen sogar ab. Selbst wenn Sie ein sicheres Einkommen haben, ein festes Arbeitsverhältnis und genug Geld für die Anzahlung - ohne guten Schufa-Score bleibt der Traum vom Eigenheim oft unrealisierbar.

Was genau senkt Ihren Schufa-Score?

Es ist nicht nur die offensichtliche Mahnung oder der Zahlungsausfall. Manchmal sind es kleine Dinge, die Sie gar nicht als Problem sehen - aber die Schufa registriert sie trotzdem.

  • Zahlungsverzug ab 31 Tagen: Bereits eine einzige verspätete Rechnung - egal ob Handyrechnung, Strom oder Miete - senkt Ihren Score um durchschnittlich 20 Prozentpunkte. Die Schufa meldet nicht, ob Sie später gezahlt haben. Sie meldet nur, dass es verspätet war.
  • Zu viele Kreditanfragen: Jede formelle Kreditanfrage (KA) - also wenn Sie einen Kredit beantragen - wird als Risiko gewertet. Drei solcher Anfragen innerhalb von drei Monaten können Ihren Score um bis zu 25 Prozentpunkte senken. Das ist kein Scherz. Das ist Standard bei Banken.
  • Unnötige Verträge: Haben Sie noch einen alten Handyvertrag, einen Mobilfunkvertrag oder einen Kredit von einem Möbelhaus, den Sie längst nicht mehr nutzen? Diese Verträge bleiben in Ihrer Schufa-Auskunft und werden als potenzielle Belastung gewertet. Jeder abgeschlossene Vertrag ist ein Risiko - auch wenn er aktuell nicht in Anspruch genommen wird.
  • Falsche Einträge: Laut BaFin enthalten 12,7 Prozent der Schufa-Auskünfte Fehler. Das ist mehr als jeder achte Fall. Eine Mahnung aus dem Jahr 2020, die längst beglichen wurde, kann noch immer Ihren Score ruinieren. Und Sie merken es erst, wenn die Bank den Kredit ablehnt.

Die Schufa aktualisiert Ihren Score monatlich. Das heißt: Jede Änderung - positiv oder negativ - wirkt schnell. Aber auch: Jede Verbesserung braucht Zeit. Sie können nicht morgen einen Score von 70 auf 95 heben. Es ist ein Prozess. Und er beginnt mit Ihrer Selbstauskunft.

Waage mit Schulden auf einer Seite und Schlüssel sowie Aufwärtstrend auf der anderen.

Wie Sie Ihren Score in 6 Monaten spürbar verbessern

Sie haben keine Zeit, auf Jahre zu warten. Sie wollen in sechs Monaten einen besseren Kredit bekommen. Das ist möglich - wenn Sie konsequent handeln.

  1. Holen Sie Ihre kostenlose Schufa-Auskunft ein. Sie dürfen einmal pro Jahr kostenlos eine vollständige Auskunft anfordern - per Post oder online. Nutzen Sie das. Prüfen Sie jede Zeile. Suchen Sie nach Mahnungen, alten Verträgen, falschen Daten. Wenn Sie etwas finden, das nicht stimmt, beantragen Sie sofort die Berichtigung. Die Schufa hat 21 Werktagen Zeit, darauf zu reagieren - laut DSGVO.
  2. Zahlen Sie alles pünktlich - ab heute. Keine Ausnahmen. Setzen Sie Erinnerungen. Nutzen Sie Daueraufträge. Selbst wenn Sie nur 15 Euro schulden - zahlen Sie es. Jede Zahlung, die pünktlich kommt, baut Vertrauen auf. Und das zählt mehr als jedes Einkommenszeugnis.
  3. Schließen Sie alte Verträge ab. Kündigen Sie alle Verträge, die Sie nicht mehr brauchen. Mobilfunk, Internet, Kreditkarten, Ratenzahlungen bei Möbeln - alles, was eine laufende Verpflichtung darstellt. Studien zeigen: Wer drei unnötige Verträge kündigt, erhöht seinen Score durchschnittlich um 8 Prozentpunkte.
  4. Nehmen Sie einen kleinen Kredit auf - und zahlen Sie ihn ab. Das klingt paradox, aber es funktioniert. Ein Kleinkredit von 1.000 bis 2.000 Euro, den Sie innerhalb von 6 bis 12 Monaten vollständig tilgen, beweist der Schufa: Sie können Kredite verantwortungsvoll nutzen. Viele nutzen diesen Trick gezielt, bevor sie eine Immobilie kaufen. Der Effekt: Ein Anstieg von 10 bis 15 Prozentpunkten.
  5. Umschulden Sie mehrere kleine Kredite. Haben Sie drei Ratenkredite von Elektrofachmärkten, Möbelhäusern und Online-Shops? Fassen Sie sie zu einem einzigen Kredit zusammen. Das reduziert die Anzahl der offenen Verträge und zeigt der Schufa: Sie haben Ihre Schulden im Griff. Die durchschnittliche Score-Verbesserung: 12 Prozentpunkte.
  6. Nur Konditionsanfragen, keine Kreditanfragen. Bevor Sie einen Kredit beantragen, fragen Sie erst nach den Konditionen. Das nennt sich Konditionsanfrage (KK). Diese ist scoreneutral. Sie bekommen Zinsen, Laufzeiten, Tilgung - ohne dass die Schufa etwas mitbekommt. Erst wenn Sie die besten Konditionen haben, stellen Sie die formelle Kreditanfrage (KA). Und nur eine. Nicht drei. Nicht fünf. Eine.

Was Sie bei Selbstständigen und Freiberuflern anders machen müssen

Wenn Sie selbstständig sind, ist es härter. Banken sehen Sie als höheres Risiko. Deshalb basieren bis zu 70 Prozent der Kreditentscheidung bei Selbstständigen auf dem Schufa-Score. Hier reicht es nicht, pünktlich zu zahlen. Sie müssen beweisen, dass Sie stabil sind.

  • Zeigen Sie mindestens zwei Jahre stabile Einkünfte - mit Steuerbescheiden und Kontoumsätzen.
  • Vermeiden Sie größere Anschaffungen auf Raten im Jahr vor der Baufinanzierung.
  • Halten Sie Ihre Konten sauber. Keine Überziehungen, keine Mahnungen, keine unklaren Zahlungen.
  • Wenn möglich, lassen Sie sich eine Bürgschaft von einem fest angestellten Familienmitglied geben. Das senkt das Risiko für die Bank - und erhöht Ihre Chancen.

Die gute Nachricht: Die Schufa hat seit Januar 2023 ein neues Modell. Es berücksichtigt jetzt auch Beschäftigungsstabilität. Wer einen unbefristeten Vertrag hat, bekommt das gutgeschrieben. Selbstständige mit langjähriger Tätigkeit und klaren Einkommensnachweisen haben bessere Chancen als früher. Aber der Score bleibt der Schlüssel.

Finanzberater zeigt auf steigenden Schufa-Score-Dashboard vor einem Baustellenfenster.

Die Zukunft: Was sich 2025 ändern wird

Die Zinsen sind höher als vor fünf Jahren. Banken werden vorsichtiger. Die Schufa wird wichtiger. Experten von Commerzbank und der Frankfurt School sagen: Bis 2025 wird der Schufa-Score noch stärker in die Kreditentscheidung einfließen. Aber es kommt noch etwas Neues: Die Gesamtschuldendienstquote. Das bedeutet: Die Banken schauen nicht nur, wie gut Ihr Score ist - sondern auch, wie viel von Ihrem Einkommen Sie für Schulden ausgeben.

Maximal 45 Prozent Ihrer monatlichen Einnahmen dürfen für Kredite, Miete und andere Verpflichtungen ausgegeben werden. Wenn Sie 4.000 Euro verdienen, dürfen Sie maximal 1.800 Euro für Schulden ausgeben. Das ist ein neues Kriterium - und es wird genauso wichtig wie der Schufa-Score.

Und dann kommt noch etwas: Mietzahlungen. Seit 2023 testet die Schufa, ob Mietzahlungen in den Score einfließen. Wer pünktlich Miete zahlt, könnte künftig einen besseren Score bekommen - auch ohne Kreditgeschichte. Das ist ein großer Schritt für Mieter, die nie einen Kredit hatten. Aber das ist noch nicht Standard. Noch nicht.

Was Sie jetzt tun müssen

Sie wollen eine Immobilie kaufen? Dann hören Sie jetzt auf, auf „irgendwann“ zu warten. Hier ist Ihr Plan:

  1. Heute: Fordern Sie Ihre kostenlose Schufa-Auskunft an. Prüfen Sie sie auf Fehler.
  2. In den nächsten 14 Tagen: Kündigen Sie alle unnötigen Verträge. Setzen Sie Zahlungserinnerungen ein.
  3. In den nächsten 3 Monaten: Zahlen Sie alle offenen Rechnungen. Bringen Sie Ihre Konten auf Null. Vermeiden Sie neue Kreditanfragen.
  4. In den nächsten 6 Monaten: Nehmen Sie einen kleinen Kredit auf - und zahlen Sie ihn ab. Bleiben Sie pünktlich.
  5. Wenn Ihr Score über 90 liegt: Machen Sie Konditionsanfragen. Sammeln Sie Angebote. Dann erst beantragen Sie den Kredit.

Es ist kein Zaubertrick. Es ist Disziplin. Es ist Ordnung. Es ist das, was Banken wollen. Und wenn Sie das tun, dann bekommen Sie nicht nur einen besseren Zinssatz. Sie bekommen die Sicherheit, die Sie verdienen. Und die Chance, Ihr Zuhause zu bauen - ohne unnötige Kosten, ohne Stress, ohne Überraschungen.

Wie lange dauert es, den Schufa-Score zu verbessern?

Es dauert mindestens drei bis sechs Monate, um einen spürbaren Anstieg zu erreichen. Negative Einträge wie Mahnungen bleiben drei Jahre in der Datenbank, aber ihre Wirkung nimmt mit der Zeit ab. Wenn Sie ab heute pünktlich zahlen, keine neuen Kredite aufnehmen und alte Verträge kündigen, können Sie innerhalb von sechs Monaten einen Anstieg von 10 bis 20 Prozentpunkten erreichen. Ein Score von 80 auf 95 ist machbar - aber nur, wenn Sie konsequent handeln.

Kann ich den Schufa-Score löschen oder ignorieren?

Nein. Der Schufa-Score kann nicht gelöscht werden - und er ist auch nicht optional. 99 Prozent der deutschen Banken nutzen ihn als Hauptkriterium für Immobilienkredite. Selbst wenn Sie viel Geld haben, wird Ihnen eine Bank ohne guten Score keinen Kredit geben. Es gibt keine Ausnahmen. Wer den Score ignoriert, ignoriert seine eigene Finanzierungschance.

Was ist der Unterschied zwischen Kreditanfrage und Konditionsanfrage?

Eine Kreditanfrage (KA) ist ein formeller Antrag auf einen Kredit. Die Bank meldet das an die Schufa - und Ihr Score sinkt. Eine Konditionsanfrage (KK) ist nur eine Anfrage nach Zinsen, Laufzeit und Tilgung. Die Schufa bekommt davon nichts mit. Sie können so viele Konditionsanfragen stellen, wie Sie wollen - sie haben keinen Einfluss auf Ihren Score. Nur die finale Kreditanfrage zählt. Machen Sie also erst die Konditionsanfragen, dann entscheiden Sie - und dann nur einmal beantragen.

Warum haben manche Leute trotz gutem Einkommen einen schlechten Schufa-Score?

Weil Einkommen nicht alles ist. Ein hoher Verdienst hilft nicht, wenn Sie in der Vergangenheit Zahlungsverzug hatten, viele Kredite aufgenommen haben oder noch alte Verträge offen sind. Ein Student mit 500 Euro Monatseinkommen, der pünktlich zahlt und keine Kredite hat, hat oft einen besseren Score als ein Manager mit 6.000 Euro, der drei Kreditkarten, einen Handyvertrag und eine offene Ratenzahlung hat. Die Schufa misst Verhalten - nicht Einkommen.

Kann ich den Schufa-Score mit einer Bürgschaft verbessern?

Nein. Eine Bürgschaft hilft der Bank, aber nicht Ihnen. Sie verbessert nicht Ihren eigenen Score. Sie erhöht nur die Wahrscheinlichkeit, dass die Bank den Kredit genehmigt - weil das Risiko auf den Bürge übertragen wird. Wenn Sie Ihren Score verbessern wollen, müssen Sie Ihre eigene Kreditgeschichte sauber machen. Eine Bürgschaft ist ein Notbehelf - kein Ersatz für einen guten Score.

Was passiert, wenn ich einen Fehler in meiner Schufa-Auskunft finde?

Sie melden ihn sofort an die Schufa - per Einschreiben mit Rückschein. Die Schufa muss innerhalb von 21 Werktagen prüfen und reagieren. Wenn der Fehler bestätigt wird, wird er gelöscht oder korrigiert. Das kann bis zu acht Wochen dauern. In der Zwischenzeit können Sie die Bank bitten, den Kreditantrag vorläufig zu prüfen - mit einem Nachweis der Beanstandung. Viele Banken akzeptieren das, wenn Sie zeigen, dass Sie aktiv an der Korrektur arbeiten.

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