Formaldehyd: Was es ist, warum es in Innentüren wichtig ist und wie Sie sich schützen
Wenn Sie eine neue Innentür einbauen, denken Sie vielleicht an Design, Farbe oder Holzart. Aber haben Sie schon an Formaldehyd, ein flüchtiger organischer Chemikalienstoff, der in vielen Holzwerkstoffen als Bindemittel verwendet wird. Auch bekannt als Methanal, ist es ein unsichtbarer Begleiter in vielen Möbeln und Türen – und kann die Luft in Ihrem Zuhause belasten. Es entsteht nicht von allein, sondern wird bewusst in Leim und Harzen für Spanplatten, MDF und Furnierholz eingesetzt, weil es günstig und stabil ist. Doch je älter diese Materialien werden, desto mehr geben sie Formaldehyd ab – besonders bei Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit, wie im Bad oder Schlafzimmer.
Das Problem? Formaldehyd ist kein harmloser Duft. Es reizt Augen, Nase und Atemwege, kann Kopfschmerzen oder Hautreaktionen auslösen – und wird von der WHO als krebserregend eingestuft. Besonders betroffen sind Kinder, ältere Menschen und Allergiker. In Neubauten oder nach einer Renovierung steigt die Konzentration oft an, weil die Materialien noch frisch sind. Und viele Türen, die als "ökologisch" oder "naturbelassen" beworben werden, enthalten trotzdem Klebstoffe mit Formaldehyd – nur in geringeren Mengen. Die gute Nachricht: Es gibt klare Grenzwerte. In Deutschland gilt die E1-Klasse, ein europäischer Standard, der den Formaldehyd-Ausstoß auf unter 0,1 ppm begrenzt. Türen mit diesem Label sind sicherer. Noch besser sind Produkte mit FSC-Zertifizierung, die nicht nur nachhaltiges Holz garantieren, sondern auch strengere Emissionsgrenzwerte verlangen. Und wer wirklich auf Nummer sicher gehen will, greift zu Massivholztüren ohne Klebstoffe – die gibt es, auch wenn sie etwas teurer sind.
Was Sie jetzt tun können? Lüften Sie nach dem Einbau intensiv – am besten mehrere Wochen lang mehrmals täglich. Vermeiden Sie Heizkörper direkt neben neuen Türen. Und fragen Sie beim Hersteller nach dem Emissionsnachweis. Sie brauchen keine Chemikerin zu sein, um das zu verstehen: Wenn Sie eine Tür kaufen, fragen Sie nicht nur nach dem Preis, sondern auch nach dem Schadstoffgehalt. Denn eine schöne Tür ist nur dann wertvoll, wenn sie auch gesund ist. In der folgenden Sammlung finden Sie Artikel, die genau diese Themen aufgreifen: von Schimmelproben, die auf hohe Luftfeuchtigkeit hinweisen, bis hin zu Materialprüfungen, die zeigen, wie sich Schadstoffe in Innenräumen verhalten. Hier geht es nicht um Theorie – sondern um Ihre Gesundheit im eigenen Zuhause.
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