Badewanne oder Dusche? Die richtige Wahl bei der Badrenovierung 2026

Wenn du dein Badezimmer renovierst, stehst du vor einer der wichtigsten Entscheidungen: Badewanne oder Dusche? Es geht nicht nur um Ästhetik oder Mode. Es geht um dein tägliches Leben, deine Sicherheit, deine Rechnungen und sogar deine Gesundheit. Viele denken, eine Badewanne sei romantisch, gemütlich, familienfreundlich. Aber die Realität sieht anders aus - besonders heute, im Jahr 2026.

Wasser und Energie: Wer spart wirklich?

Ein Vollbad verbraucht im Durchschnitt 150 bis 180 Liter Wasser. Das ist nicht wenig. Eine achtminütige Dusche mit normalem Duschkopf kommt auf etwa 120 Liter. Mit einem modernen, wassersparenden Duschkopf - und das ist heute Standard - sinkt der Verbrauch auf 60 bis 80 Liter. Das ist fast die Hälfte. Und das bei täglicher Nutzung.

Doch Wasser ist nicht alles. Die Energie, die du brauchst, um das Wasser zu erwärmen, zählt noch mehr. Ein Vollbad braucht rund 6 kWh Energie. Eine Dusche mit 8 Minuten dauert nur 3,6 kWh. Das sind fast 40 Prozent weniger Strom oder Gas. Wenn du jedes Mal badest, summieren sich die Kosten über die Jahre. Und das ist nicht nur teuer - es ist auch unnötig belastend für die Umwelt.

Einige sagen: „Aber ich brauche die Wanne für die Kinder.“ Stimmt. Aber wie oft baden deine Kinder wirklich? Und wie oft duschen sie stattdessen? Die meisten Kinder ab drei Jahren duschen lieber. Und wenn du mal ein richtiges Bad brauchst - zum Entspannen, für die Rückenmuskulatur - dann reicht ein kurzes, halbvolles Bad. Du musst nicht jedes Mal die Wanne bis zum Rand füllen.

Platz ist das größte Problem

In fast 85 Prozent der unzufriedenen Badezimmer ist der Raum einfach zu klein. Das ist keine Vermutung - das hat der Verband der Sanitärwirtschaft 2017 untersucht. Und seitdem sind die Wohnungen nicht größer geworden. Im Gegenteil: Kleine Bäder sind heute Standard, besonders in Städten wie Kassel, Berlin oder München.

Eine Standard-Badewanne braucht mindestens 150 cm Länge und 70 cm Breite. Das sind schon 1,05 Quadratmeter. Dazu kommt noch der Platz für den Einstieg, die Armaturen, den Überlauf. In einem Badezimmer von 4 Quadratmetern ist das eine echte Belastung. Eine bodenebene Dusche dagegen braucht nur 120 x 80 cm - also 0,96 Quadratmeter. Und das ist noch mit genug Bewegungsraum drumherum.

Und was ist mit der Optik? Eine Glaswand in der Dusche macht den Raum größer. Eine Badewanne, selbst wenn sie schön ist, nimmt den Raum ein. Sie wirkt schwer, abgeschlossen. Eine Dusche hingegen bleibt offen, luftig, modern. Das ist kein Luxus - das ist Raumplanung.

Barrierefreiheit: Nicht nur für Senioren

Du denkst, barrierefrei ist nur was für alte Menschen? Falsch. Barrierefreiheit ist eine Frage der Sicherheit - und die betrifft jeden. Ein hoher Wanneneinstieg ist ein Sturzrisiko. Die Deutsche Rentenversicherung sagt klar: Badewannen erhöhen das Sturzrisiko bei Menschen ab 55 Jahren um das 3,2-fache. Und das ist nicht nur eine Statistik. Auf Foren wie badratgeber24.de berichtet ein 68-jähriger Nutzer: „Seit der bodenebene Dusche habe ich keine Angst mehr. Vorher bin ich zweimal aus der Wanne gerutscht.“

Doch es geht nicht nur um Alter. Wenn du mal einen verstauchten Knöchel hast, eine schwangere Frau im Haus wohnt, oder ein Familienmitglied mit eingeschränkter Mobilität zu Besuch kommt - dann ist eine bodenebene Dusche der einzige sichere Weg. Die Deutsche Gesellschaft für Barrierefreies Bauen empfiehlt ab 2025 in allen Neubauten und Sanierungen den Verzicht auf Badewannen. Warum? Weil die DIN-Normen das jetzt so vorschreiben. Und du willst dein Badezimmer nicht in fünf Jahren wieder renovieren, nur weil es nicht mehr den Regeln entspricht.

Familie nutzt Duschbadewanne: Kind badet, Elternteil duscht in einem gemeinsamen Bereich.

Reinigung: Wer hat mehr Arbeit?

Klingt unwichtig? Täuscht. Eine Badewanne hat Ecken, Kanten, Ränder, Armaturen, Überläufe. Da sammelt sich Schmutz, Seifenreste, Kalk. Die Reinigung dauert laut Nutzererfahrungen 30 bis 40 Prozent länger als bei einer Dusche. Und du musst dich bücken, strecken, putzen - oft mit speziellen Bürsten, weil der Abfluss schwer zu erreichen ist.

Eine Dusche? Einfach abspülen. Einmal am Tag mit dem Schwamm drüber, und der Boden ist sauber. Keine Ecken, die versteckt sind. Kein Schmutz, der sich in Ritzen versteckt. Und wenn du eine bodenebene Dusche hast, dann gibt es gar keine Kanten mehr. Das ist hygienischer. Und es ist einfacher.

Die Duschbadewanne: Die vernünftige Lösung?

Es gibt eine Mitte: die Duschbadewanne. Sie hat eine schräge Wand auf einer Seite, damit du aufrecht duschen kannst - und eine flache, breite Wanne, in der du baden kannst. Sie braucht etwa 1,5 Quadratmeter Platz. Das ist mehr als eine normale Dusche, aber weniger als eine große Badewanne mit separatem Duschbereich.

Und was sagen die Leute? Eine Umfrage von badheld.com unter 500 Familien ergab: 76 Prozent bewerten sie als „beste Lösung für Familien“. Warum? Weil du sie für beide nutzen kannst. Die Kinder baden, du duscht. Kein Streit um den Raum. Kein Umstellen. Kein zweites Bad.

Aber: Sie ist teurer. Und sie braucht mehr Platz. Wenn dein Bad unter 5 Quadratmeter ist, ist sie keine Option. Dann musst du dich entscheiden: Dusche oder Wanne. Und die Dusche gewinnt.

Kosten: Was kostet was?

Eine Acryl-Badewanne kostet im Schnitt 1.200 Euro. Eine hochwertige Duschwanne mit Glaswand und wassersparendem Duschkopf liegt bei 1.850 Euro. Klingt nach mehr? Nicht wirklich. Denn die Dusche hat noch andere Vorteile.

Die Installation einer Dusche, besonders einer bodenebenen, ist aufwendiger. Aber sie ist auch langlebiger. Eine Acryl-Badewanne reißt nach 8 bis 10 Jahren. Die Reparatur kostet durchschnittlich 280 Euro. Und oft ist dann auch die Abdichtung kaputt. Eine Duschwanne aus hochwertigem Kunststoff hält 20 Jahre - und wenn sie mal kaputt ist, ist sie einfacher auszutauschen.

Und dann sind da noch die Folgekosten: weniger Wasser, weniger Energie, weniger Reinigungsmittel, weniger Zeit. Die Studie der Universität Stuttgart sagt: Über 20 Jahre hat eine Dusche einen 27 Prozent niedrigeren CO2-Fußabdruck als eine Badewanne. Das ist nicht nur gut für die Umwelt - das ist auch gut für dein Portemonnaie.

Vergleich: schmutzige Badewanne links, hygienische Dusche rechts mit Energie-Symbol.

Was sagt der Markt?

Der Markt entscheidet schon längst. 2015 war der Anteil der Duschen bei 58 Prozent. 2023 ist er auf 73 Prozent gestiegen. Bis 2030 wird er laut GfK auf 82 Prozent steigen. Das ist kein Trend - das ist eine Revolution.

Warum? Weil die Menschen klüger geworden sind. Weil sie sehen: Duschen ist schneller, sicherer, sparsamer, moderner. Und weil die Gesetze sich ändern. Die EU-Energieeffizienzrichtlinie 2023/42/EU schreibt ab 2025 vor: Neue Badezimmer müssen mit Duschköpfen ausgestattet sein, die maximal 9 Liter pro Minute verbrauchen. Badewannen? Sie sind nicht verboten. Aber sie sind keine Lösung mehr für das moderne Leben.

Was ist die richtige Wahl für dich?

Wenn du:

  • ein kleines Bad hast
  • alleine oder zu zweit lebst
  • über 50 bist oder ältere Menschen im Haus haben
  • Wasser und Energie sparen willst
  • keine Lust auf ständiges Putzen hast
  • dein Badezimmer langfristig nutzen willst
…dann ist die Dusche die klare Wahl. Nicht weil sie „modern“ ist, sondern weil sie besser funktioniert.

Wenn du:

  • kleine Kinder hast, die täglich baden
  • ein großes Badezimmer mit mehr als 6 Quadratmetern hast
  • wertlegst auf eine traditionelle, gemütliche Atmosphäre
  • bereit bist, mehr zu zahlen und mehr Platz zu opfern
…dann könnte eine Duschbadewanne sinnvoll sein. Aber nur dann.

Eine klassische Badewanne allein? Sie ist heute eine Ausnahme. Nicht die Regel. Und wenn du sie wählst, dann weißt du: Du entscheidest dich für Nostalgie - nicht für Praxis.

Was du jetzt tun solltest

1. Mess deine Badfläche. Wenn es unter 5 Quadratmeter sind, ist die Dusche die einzige vernünftige Option.

2. Denk an deine Zukunft. Wirst du in 5 Jahren noch genauso mobil sein? Werden Besucher mit eingeschränkter Mobilität kommen? Plan für das, was kommt - nicht nur für das, was jetzt ist.

3. Wähle eine bodenebene Dusche. Nicht nur wegen der Barrierefreiheit. Sondern weil sie einfacher zu reinigen ist, sicherer ist und den Raum optisch vergrößert.

4. Investiere in einen guten Duschkopf. Mindestens 9 Liter/Min. - aber lieber mit Thermostat und Sprühmodus. Das macht die Dusche angenehmer - und spart noch mehr Wasser.

5. Vermeide billige Duschwände. 32 Prozent der günstigen Modelle haben nach 6 Monaten Schimmelprobleme. Investiere in eine gute Abdichtung. Das spart dir später Tausende.

Das Badezimmer ist kein Ort für romantische Illusionen. Es ist ein Ort der Praxis. Und heute ist die Dusche die bessere Lösung - für mehr Menschen, für mehr Jahre, für mehr Leben.

Schreibe einen Kommentar

loader